Warum enthält Wein oder auch alkoholfreier Wein Schwefeldioxid und was sind eigentlich Sulfite?

Was ist Schwefeldioxid?

Zuerst einmal beschäftigen wir uns kurz mit der Frage, was Schwefeldioxid eigentlich ist. Schwefeldioxid (SO2) ist eine chemische Verbindung, die aus den Elementen Schwefel und Sauerstoff besteht. Es ist ein farbloses Gas, mit einem stechenden Geruch, das in verschiedenen Industriezweigen als Konservierungsmittel verwendet wird, wie z. B. in Wein, Trockenfrüchten oder Kartoffelchips.

In der Lebensmittelindustrie wird Schwefeldioxid also als Konservierungsmittel oder Antioxidationsmittel eingesetzt, um einerseits Lebensmittel länger haltbar zu machen und andererseits vor Oxidation zu schützen. Im Weinanbau wird Schwefeldioxid häufig zur Desinfektion von Fässern, zur Konservierung von Trauben und zur Verhinderung unerwünschter Gärungen eingesetzt.

Schwefeldioxid kann jedoch auch gesundheitliche Auswirkungen haben, insbesondere bei Menschen, die empfindlich darauf reagieren. Manche Menschen können allergische Reaktionen wie Asthma, Hautausschläge oder Kopfschmerzen entwickeln, wenn sie Schwefeldioxid ausgesetzt sind. Aus diesem Grund müssen Lebensmittel, die Schwefeldioxid enthalten, entsprechend gekennzeichnet werden, damit Verbraucher mit Allergien oder Empfindlichkeiten diese vermeiden können. Entsprechend muss dies auch auf dem Etikett von Weinflaschen gekennzeichnet werden.

Schwefeldioxid und Wein

Schwefeldioxid (SO2) wird oft in Wein verwendet, um ihn haltbar zu machen oder unerwünschte Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen abzutöten. Es dient also einerseits als Konservierungsmittel, das dazu beiträgt, den Wein vor Oxidation, mikrobiellen Verunreinigungen oder auch vor nicht gewollten Veränderungen im Geschmack und Aroma des Weins zu schützen. Andererseits kann es auch zur Klärung des Weins verwendet werden, um unerwünschte Partikel oder Trübungen zu verhindern.

Was sind dann Sulfite?

Immer wieder liest man in Zusammenhang mit Wein den Begriff Sulfit. Was genau sind Sulfite und unterscheiden sie sich von Schwefeldioxid?

Schwefeldioxid und Sulfite sind eng miteinander verbundene Begriffe, die beide auf Schwefelverbindungen in Lebensmitteln, einschließlich Wein, verweisen. Schwefeldioxid (SO2) ist ein farbloses Gas, das aus den Elementen Schwefel und Sauerstoff besteht. Wenn Schwefeldioxid in Wasser gelöst wird, bildet es Sulfite, die Salze oder Ester der Schwefelsäure sind. Da Schwefeldioxid und Sulfite eng miteinander verwandt sind und oft austauschbar verwendet werden, können beide Begriffe auf die Verwendung von Schwefelverbindungen in Lebensmitteln hinweisen. In der Weinbranche ist der Begriff Sulfite umgangssprachlich gebräuchlicher, auf dem Etikett der alkoholfreien Weine steht oft „enthält Sulfite“, da diese ab einer nachweisbaren Menge von 10 mg/L freiem Schwefel kennzeichnungspflichtig sind.

Sind Sulfite oder Schwefeldioxid gesundheitsschädigend?

Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gelten Sulfite im Allgemeinen als für Verbraucher sichere Zusatzstoffe. Es gibt zahlreiche Studien, die zu dem Entschluss gekommen sind, dass Sulfite für die Mehrheit der Verbraucher unbedenklich sind und von den meisten Menschen gut vertragen werden. Wer jedoch zu der Gruppe der Allergiker gehört oder empfindlich darauf reagiert, sollte sich hier nochmals mit seinem Arzt absprechen.

Gibt es Weine ohne Schwefeldioxid?

Nein, Schwefeldioxid entsteht in geringen Mengen beim Gärprozess immer, dies lässt sich nicht verhindern. Aber, es gibt Weine, die ohne zugesetztes Schwefeldioxid hergestellt werden. Die sogenannten Naturweine. Hierzu gibt es EU weite Richtlinien, die den Maximalgehalt von Schwefeldioxid in Wein regeln. Vereinfacht kann man sagen, trockener Rotwein enthält weniger als lieblicher Weißwein. Weine ohne zugesetztes Schwefeldioxid sind weniger „stabil“, da ihnen der zugesetzte Konservierungsstoff fehlt und sie schneller oxidieren können. Damit die gewünschte Qualität erhalten bleibt, sollten diese kühl gelagert und rascher getrunken werden. Die Farbe kann oft trüb sein und oftmals haben sie einen hefigen Geruch.

Die Bewegung der Naturweine

Es gibt mittlerweile immer mehr Winzer, die sich der Herstellung natürlicher Weine widmen. Eine immer größer werdende Bewegung, die sich darauf konzentriert, Weine so minimalistisch und natürlich herzustellen, wie es nur geht. Die Rückbesinnung zu handwerklichen und traditionellen Herstellungsmethoden liegt hier im Fokus. D.h. die Weine werden oft mit biologisch angebauten Trauben ohne Pestizide hergestellt, es wird so wenig wie möglich in den Prozess eingegriffen und die spontane Gärung mit wilder Hefe, anstatt Kulturhefe steht im Vordergrund. Übrigens, weinrechtlich gesehen, gibt es keine Naturweine, da laut Gesetz Wein immer als Naturprodukt gilt.

Naturweine bieten ein vielfältiges Aromen Profil, da die Trauben ihren natürlichen Einfluss behalten, was sie natürlich wiederum unberechenbarer macht. Aber genau das, schätzen die Liebhaber natürlicher Weine.

Wie sieht es aber nun im alkoholfreien Bereich aus?

Auch hier entstehen auf natürliche Weise Sulfite oder Schwefeldioxid als Nebenprodukt. Es gibt aber auch hier einige Winzer und Manufakturen, die auf Schwefeldioxid als Konservierungsstoff verzichten. Schaut euch z. B. gerne mal die Produkte der Manufaktur Jörg Geiger an.